Gesellschaft und Arbeitsmarkt


Gesellschaft
In Wielkopolska leben beinahe 3,5 Millionen Einwohner (laut Angaben vom Jahr 2014 - 3 472 579). Hinsichtlich der Bevölkerungszahl nimmt die Region den dritten Platz in Polen nach den Woiwodschaften Mazowsze und Śląsk ein. Unter den Bürgerinnen und Bürgern von Wielkopolska sind die Frauen mit 51,3% und die Bewohner der Städte mit 55,1% stärker vertreten. Die Bevölkerungsdichte beträgt 116 Personen/km2 und liegt unter dem Landesdurchschnitt (123 Personen/km2). Charakteristisch für Wielkopolska sind die niedrigeren Bevölkerungsdichten in den nördlichen und westlichen Landkreisen der Woiwodschaft.

In der Bevölkerungsstruktur ist ein geringer Anstieg der Anzahl der Landbewohner bei gleichzeitigem Rückgang der Anzahl der Stadtbewohner bemerkbar. Eine solche Tendenz kann auf fortschreitende Entvölkerung von Stadtzentren und die Entwicklung von stadtnahen Gebieten, insbesondere um die Agglomeration Poznań herum, zurückgeführt werden. Aufgrund der niedrigen Geburtenziffer einerseits und der steigenden Lebenserwartung andererseits wird sich auch die Altersstruktur der Bevölkerung verändern. Zu beobachten sind gegenwärtig der steigende Anteil der Personen im Rentenalter und der Rückgang der Bevölkerung im noch nicht erwerbsfähigen Alter.

Gemäß demografischen Prognosen werden in den Jahren 2012-2021 die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur in Wielkopolska eintreten, wobei Zuwächse und Rückgänge in folgenden Altersgruppen der Bevölkerung zu erwarten sind:

  • Anfänglich, d. h. bis 2012, lag der Anteil der Personen im Alter von 0-5 Jahren bei 7% der Gesamtbevölkerung,  nach der Prognose soll diese Zahl im Jahr 2021 auf 6,4% sinken;
  • mit einem, wenn auch nicht so starken Rückgang ist auch bei der Bevölkerung im Alter von 6-64 Jahren zu rechnen - 2012 betrug der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung 80,7%, 2021 wird sich diese Zahl auf 76,6% verringern;
  • konstanter Anstieg der Anzahl der Personen im Alter ab 65 Jahre – im Jahr 2012 betrug deren Anteil 12,2%, im Jahr 2021 wird sich diese Zahl auf 17% erhöhen.

Die Alterungsprozesse in der Gesellschaft werden sich auf die demografische Belastung der Region auswirken, was wiederum die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, im Bildung-, Gesundheits- und Sozialwesen erforderlich machen wird.

Arbeitsmarkt
Die Woiwodschaft Wielkopolska ist eine der sich am dynamischsten entwickelnden Regionen Polens. Großes Produktionspotenzial, gut entwickelter Dienstleistungssektor, hohe Produktivität der Landwirtschaft, hohe Unternehmensdichte sind nur einige Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung der Woiwodschaft. Das Potenzial von Wielkopolska macht es zu einer attraktiven Region für polnische und ausländische Investoren.

Die Woiwodschaft Wielkopolska verzeichnet seit einigen Jahren die niedrigsten Zahlen der registrierten Arbeitslosen. Im Dezember 2015 betrug die Arbeitslosenquote 6,2% (beim Landesdurchschnitt von 9,8%). Gleichzeitig treten in der Region große Unterschiede in den Arbeitslosenquoten für die einzelnen Landkreise auf, d. h. von 2,6% im Landkreis Poznań bis hin zu 13,5% im Landkreis Konin.

Arbeitslosenquote

Die Einwohner der Region zeichnen sich durch hohe berufliche Aktivität aus. Im Jahr 2014 betrug die Quote der beruflichen Aktivität für die Einwohner von Wielkopolska im erwerbsfähigen Alter 75,1% (Landesdurchschnitt 74,3%), während die Beschäftigungsquote in dieser Gruppe 69,2% (Landesdurchschnitt 67,5%) erreichte.

In den letzten Jahren wird in der Woiwodschaft Wielkopolska ein geringer, dennoch konstanter Anstieg der Erwerbstätigen beobachtet. Im Jahr 2014 waren es mehr als 1,412 Millionen Personen. Die meisten Erwerbstätigen kommen aus dem Dienstleistungssektor (53,9%), beinahe jeder dritte Einwohner (30,9%) ist im Industrie- und Bausektor beschäftigt, die am schwächsten vertretene Gruppe bilden die Erwerbstätigen der Land- und Forstwirtschaft (15,2%).

Im Jahr 2015 lagen in den Arbeitsämtern der Woiwodschaft die meisten Arbeitsangebote für solche Berufe vor wie: Verkäufer, Hausmeister, Lagerist, Lkw-Fahrer, Verpacker, Hilfskraft im Bau, Kaufmann für Büromanagement, Lagerarbeiter, Schlosser, Sicherheitskraft, Schweißer, Inventarisator, Sattelschlepperfahrer, Maschinennäherin, Maurer, Kundenberater, Tischler, Handelsvertreter, Koch. Gemäß einer kurzfristigen Prognose, die auf der Grundlage der Studie „Barometr zawodów” („Barometer der Berufe”) erstellt wurde, wird sich 2016 ein Defizit an Arbeitskräften u. a. in folgenden Berufen bemerkbar machen: Koch, Kfz-Mechaniker, Kfz-Lackierer, Schneider und Mitarbeiter für Textilproduktion. Gefragt sein werden auch Fachleute aus dem Bereich Bautechnik - Betonbauer und Eisenleger, Zimmerer und Bautischler, Verputzer, Bodenleger, Monteure der Bauinstallationen, Computergrafiker, Programmierer und Webadministratoren, Maschineningenieure, Alten- und Heilerziehungspfleger, Krankenschwestern, Handelsvertreter, selbständige Buchhalter, Automatisierungs- und Robotiktechniker. Im Zusammenhang mit der für Wielkopolska charakteristischen Entwicklung der Transport-, Speditions-, und Logistikbranche wird ein hoher Bedarf an Fahrern, Lageristen, Spediteuren und Logistikern prognostiziert.

Das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt belief sich in Wielkopolska 2014 auf 3 597,69 PLN und war um 10% niedriger als das Durchschnittsgehalt in Polen. Lediglich im Landkreis Miasto Poznań lag das Gehalt über dem Landesdurchschnitt und betrug 4 354,40 PLN.

Auf dem Arbeitsmarkt ist die Entwicklung der nicht-öffentlichen Einrichtungen bemerkbar, die Arbeitsvermittlungsdienste anbieten. In der Woiwodschaft wächst dynamisch die Anzahl von Arbeitsagenturen und die Anzahl der durch diese Agenturen beschäftigten Personen. Hinsichtlich der Anzahl von Arbeitsagenturen nimmt Wielkopolska nach der Woiwodschaft Mazowsze den zweiten Platz in Polen ein.

Die in Wielkopolska beschäftigten Leiharbeiter sind am häufigsten Lageristen und Vertreter verwandter Berufe, Monteure, Arbeitnehmer für einfache Arbeiten, Verpacker, Bediener für Maschinen zur Herstellung von Kunststoffprodukten und Gabelstaplerfahrer. Die Arbeitsagenturen leiten die Arbeitnehmer auch an die ausländischen Arbeitgeber weiter. Hauptziele der Arbeitsmigration der Bewohner von Wielkopolska sind die Niederlande, Deutschland, Großbritannien und Frankreich.





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